Mehrstärken führen zu dicken Estrichen
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Mehrstärken führen zu dicken Estrichen und Ärger für die Beteiligten. Was sind eigentlich „Mehrstärken“. Unter „Mehrstärke“ verstehen Fachleute alle Stärken, die über die vereinbarte Nennstärke eines Estrichs hinaus eingebaut werden. Notwendig werden Mehrstärken, wenn Dämmschichten zu gering dimensioniert wurden, Unebenheiten des Untergrundes ausgeglichen wurden oder die vereinbarte Estrichnennstärke zu gering für die geplante oder zu erwartende Belastung der Lastverteilerplatte, des Estrichs, ist.
Estrichmehrstärken dürfen nur kontrolliert eingebaut werden. Beispiel
Holzbalkendecken: Hier kann es schnell zu einer Überlastung kommen.
Denn 1 cm Estrich wiegt etwa 20 kg/m². Werden statt 40 mm Nennstärke,
60 mm eingebaut, ist die Decke plötzlich zu 50 % Überlastet.
Dies kann im Einzelfall den Rückbau erforderlich machen. Mehrstärken
führen auch zu verlängerten Trockenzeiten. Bis 50 mm kann nach einer
Faustformel von 5 Wochen ausgegangen werden. Bei 60 mm dauert es 7-8
Wochen, bis der Estrich ausgetrocknet und belegereif ist.
Kommen dann ungünstige Klimabedingungen hinzu, kann sich die Trocknung
schnell auf über 10 Wochen hinziehen. Und ungünstige Bedingungen
herrschen auf fast allen Baustellen. Mehrstärken führen so zu hohen
Kosten, da gerade die Bauzeiten immer mehr verkürzt werden.
Ungemach droht am Baubeteiligten auch, wenn „Mehrstärken“ nicht gesondert angekündigt und beauftragt wurden.
Die Bilder zeigen Estriche bei denen Nennstärken von 45 mm eingebaut werden sollten.
Wer die Frage nach Mehrstärke hat, muss sich auch mit Minderstärken
beschäftigen. Diese können ebenfalls Probleme bringen. Ist der Estrich
zu dünn, kann es zu irreparablen Problemen hinsichtlich des
Schallschutz und der Tragfähigkeit kommen. Das Verformungsverhalten ist
ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Punkt. Gerade starre Beläge
verlangen einen Untergrund, der sich nicht zu sehr verformt.
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