CM Messung – keine Alternative (Erschienen in der Zeitschrift "Objekt" 4/2007)
Mehrfach wurde in der Presse die sinngemäße Auffassung vertreten, es gäbe Alternativen zur CM Messung. Diese Meinung kann ich als Praktiker nicht teilen. In unserem Betrieb benutzen wir elektrische Messgeräte zur Vormessung, verlassen uns jedoch schon immer erfolgreich auf die CM Messung.
Als zerstörende Messung, liefert die CM Messung weitere Ergebnisse, die zerstörungsfreie Messungen nicht liefern können. Regelmäßig überprüfen wir bei unseren Messungen auch die Estrichstärke und fördern dabei auch Überraschungen zu Tage.
Die Einbaustärke beträgt 90 mm, die Nennstärke sollte 60 mm nicht übersteigen.
Folge: z.B. 30 % mehr Gewicht, Austrocknung verlängert sich auf ca. das Doppelte.
Natürlich liefert die CM Methode, wie auch jede andere Methode immer nur einen Messwert, an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. Damit die Messungen aber soweit wie möglich einheitlich ablaufen sollte der Fußbodenleger immer nach dem gleichen einheitlichen Prinzip verfahren.
0---------------2------------5---------------6----------10 min.----- 10 sek.--------| Zeitstrahl
|-Schütteln-|-Warten-|-Schütteln-|-Warten-|-Schütteln-|-Ablesen -|Ablauf
Da ohnehin alle mir bekannten Hersteller von Belägen oder Hilfsstoffen, Tabellen aus DIN und Merkblätter nur von CM-% oder bestenfalls Darr-% angeben, scheint die CM-Messung bei allen Herstellern aus diesen Branchen ebenfalls anerkannt zu sein. Damit es so bleibt, sollten wir uns eine Weisheit aus dem Computer-Business zu Eigen machen: „Never touch a running system!“ Selbstverständlich müssen andere zerstörende Messsysteme, die unsere Nachbarn im Ausland anwenden nicht unbedingt falsch sein, berücksichtigen diese offenbar deren besondere Verhältnisse. Messungen die über Nacht andauern sind für uns nicht geeignet. Diese Taugen im besten Fall für Prüflabore, die nach Aufwand abrechnen können oder bei denen Zeit eine unerhebliche Rolle spielt.
Die CM Messung muss die Regelmessung für den Fußbodenleger bleiben. Die Kosten sind leicht kalkulierbar. Neben der benötigten Zeit, von ca. 30 min. je Messung incl. Probenentnahme, kommen nur die Kosten für die Carbidpatrone, die Fahrzeit zur Baustelle und die regelmäßige Wartung hinzu.
Schnell und ohne Aufwand sind alle nötigen Prüfgeräte aufgebaut.
Die Diskussion wie die Probe zu entnehmen ist scheint mir ebenfalls unnötig. Wir benötigen den Feuchtegehalt des Estrichs. Also muss auch die Probenentnahme aus dem gesamten Querschnitt erfolgen. Warum der Fußbodenleger, wenn er Parkett verlegt, plötzlich das obere Drittel nicht mit messen soll ist nicht nachvollziehbar. In unserem Betrieb wird erfolgreich über den gesamten Querschnitt gemessen.
Genauigkeit geht vor Geschwindigkeit. Mit einer Federwaage kann das Prüfgut exakt ausgewogen werden.

Um ein verwertbares Messergebnis zu erhalten, muss das Prüfgut vollständig zerkleinert sein. Dies muss am Ende jeder Messung überprüft werden. Ist das Prüfgut nicht vollständig zerkleinert, muss die Messung verholt werden.
Das zerkleinerte Prüfgut
Die Hersteller von Belägen und Hilfsstoffen geben CM-% an, wann ihre Materialien zu Einsatz kommen dürfen. So ist darauf zu achten, dass Fußbodenleger eben genau wie vorher beschrieben die Estriche messen.
Meiner Meinung nach sollten die Hersteller von Estrichbinde- oder Zusatzmittel ebenfalls dieses Vorgehen berücksichtigen. Was spricht dagegen, wenn ein Estrich statt mit 2,0 CM-% mit 5,0 CM-% belegereif ist? Dies würde, zumindest was den Ablauf der Messung betrifft, für den Fußbodenleger einiges einfacher machen.
Die eigentliche Problematik der CM Messung ist kein Problem der Methode selbst, sondern in der oft vernachlässigten Pflicht des Fußbodenlegers sich nicht ausreichend über den Untergrund zu informieren.
Zementestriche, beschleunigte Zementestriche oder Schnellestriche dürfen nicht einfach über einen Kamm geschert werden. Ohne die genaue Kenntnis um welchen Estrich es sich handelt ist das Ergebnis der CM-Messung unbrauchbar. Es ist für den Fußbodenleger optisch nicht erkennbar um welchen Estrich es sich handelt.
Ähnliches gilt für die Fließestriche. Ohne Materialprobe sind diese häufig optisch nicht zu unterscheiden.
Die Unterscheidung die Regional möglich ist, muss in einer entfernteren Region, mit anderen Zuschlägen nicht gelten. Dem Fußbodenleger bleibt daher nichts anderes als nachzufragen, bei welchem Messwert der belegereif ist. Die Messung kann er jedoch, völlig unabhängig vom Estrichleger dennoch durchführen. Allerdings nur wenn Messmethode vereinheitlicht wird und sich alle Hersteller daran halten.
Dann kommen auch Bauherren, Architekten und Generalunternehmen stärker in die Verantwortung den Fußbodenleger genauer über den Estrich zu informieren und den Estrichleger stärker zu kontrollieren. Auch die unsägliche Praxis, dass dem Estrichleger Zusatzmittel für seinen Estrich vorgeschrieben werden hört dann vielleicht auf. Kein Estrichleger kann nämlich exakt sagen, was drinnen ist, wenn Hersteller von Heizungen Zusatzmittel unter igenem Label vertreiben und verkaufen. Den Herstellerwechsel bekommt dieser nur selten mit.
Weitere Informationen zur Feststellung der Restfeuchte von Estrich und der CM-Messung
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